Die Geschichte des Tiltrotators beginnt im Jahr 1986. Doch schon Jahrzehnte zuvor legte Allan Jonsson den Grundstein für das, was heute Rototilt ist – mit einer Neugier, die die Entwicklung des Unternehmens bis heute prägt.
Als Allans Kinder – Anders, Hans und Liselottie – gemeinsam mit dem Teilhaber Åke Karlsson das Unternehmen Indexator übernehmen, konzentriert sich das Unternehmen zunehmend auf die Herstellung von Rotatoren. Alle Augen richten sich auf den Bausektor, der Raum für neue Dinge erahnen lässt. Zur gleichen Zeit, im Jahr 1986, bringt das Unternehmen Noreco unter dem Namen Rototilt den weltweit ersten Tiltrotator auf den Markt®. Als Noreco 1992 in Konkurs geht, steht Indexator bereit. Im Rahmen eines Asset Deals erwirbt man sowohl Produktrechte als auch Markennamen und technische Lösungen.
Bereits im Jahr darauf gehen die ersten Modelle, RT1401 und RT800, in Serie. Die Entwicklung geht immer weiter, und 1997 werden gleich mehrere neue Modelle auf den Markt gebracht, darunter der Rototilt® RT60, der weltweit erste Tiltrotator mit ölgefülltem Rotorgehäuse. Dies ist gleichzeitig der Startschuss für die Plattform, auf der unsere Tiltrotatoren noch heute basieren.
Nach der Jahrtausendwende steigt die Nachfrage rapide an. Es kommen weitere Tiltrotatoren auf den Markt, und 2002 gründet das Unternehmen seine erste Tochtergesellschaft in Deutschland. Im Jahr 2003 wird der kleine RT20 vorgestellt, und das Proportionalsystem erlebt seinen Durchbruch. Zwei Jahre später wird ein einzigartiges zweistöckiges Test- und Prüfzentrum eingeweiht – ein klares Bekenntnis zur langfristigen Entwicklung. In dem Testzentrum befindet sich der legendäre Prüfstand von Rototilt, der die Verschleißfestigkeitsprüfung von Produkten revolutioniert.
Im Jahr 2007 macht das Unternehmen mit der Einweihung eines völlig neuen Werks zur ausschließlichen Herstellung von Tiltrotatoren einen seiner bislang größten Schritte. Im selben Jahr erfolgt auch die Expansion nach Nordamerika. Mit der Finanzkrise 2008 verändert sich die Weltwirtschaft jedoch drastisch. Für viele Unternehmen ist dies eine Zeit der Unsicherheit, doch Indexator kann seinen eigenen Weg einschlagen. Inmitten der Unsicherheit setzt man auf Gleichstellungs- und Personalfragen und entwickelt eine neue Unternehmensphilosophie – eine mutige Entscheidung, die später viel Beachtung findet und gelobt wird. In diesem Zeitraum erfolgt zudem die Gründung einer Niederlassung in Finnland – für Vertrieb, Service, Support und Ersatzteile. Im Jahr 2012 erfolgt dann die Spaltung von Indexator in Indexator Rototilt Systems und Indexator Rotator Systems.
Die Innovationen schreiten dabei weiter voran. SecureLock™ kommt auf den Markt. Diese Lösung basiert auf einer patentierten Erfindung von Rototilt und erweitert die Produktpalette. 2014 ist Indexator Rototilt Systems weltweit das erste Unternehmen mit einer direktmontierten Drehdurchführung ohne Schlauchverlegung zum Schnellwechsler. Diese Lösung leistet einen Beitrag zu erhöhter Betriebssicherheit und Funktionalität.
Anders, Caroline und Hampus Jonsson
Im Jahr 2015 werden Anders Jonsson und seine Familie alleinige Eigentümer der Rototilt Group AB, wie das Unternehmen fortan heißt.
Es baut seine Position in Europa aus und gründet dabei nicht nur eine Tochtergesellschaft in Norwegen, sondern etabliert sich auch in Frankreich mit eigenen Mitarbeitern. In Dänemark und England wird über Vertriebspartner gearbeitet. In der zweiten Hälfte der 2010er Jahre verzeichnet Rototilt ein starkes Wachstum. 2015 wird die Präsenz in den Benelux-Ländern ausgebaut, und im Jahr darauf feiert der Tiltrotator sein 30-jähriges Jubiläum. 2017 kommen Baggerschnellwechsler mit integriertem SecureLock™ auf den Markt – ein großer Schritt sowohl für die Sicherheit als auch für die Standardisierung.
Das Werk wird mehrfach erweitert, um der Nachfrage gerecht zu werden, und die Zahl der Beschäftigten steigt rasch an. 2019 wird das Sortiment um weitere Anbaugeräte erweitert, und Rototilt expandiert über neue Vertriebspartner nach Australien und Neuseeland. Die Sicherheitslösung SecureLock™ wird mit dem German Innovation Award 2019 ausgezeichnet, und im Jahr darauf erhält das neue Schnellwechslersystem QuickChange™ die gleiche Auszeichnung. Rototilt spielt zudem eine aktive Rolle bei der Entwicklung des Standards Open-S, der auf Freiheit für den Endkunden, zuverlässigen Sicherheitslösungen und kontinuierlicher technischer Weiterentwicklung basiert.
Die nächste große Investition des Unternehmens wird eine umfangreiche Erweiterung des Werks, die 2021 nach zweijähriger Bauzeit eingeweiht wird. Das Investitionsprojekt mit einem Umfang von über 160 Millionen Kronen umfasst unter anderem 4.600 Quadratmeter neue Fläche sowie ein hochtechnologisches Zentrum für Forschung und Entwicklung.
Im Frühjahr 2022 kommt der weltweit größte Tiltrotator auf den Markt: RC9. Er ist gleichzeitig das erste Produkt in einem völlig neuen Konzept: Rototilt Control. Auf der Baumesse Bauma wird das Konzept in seiner Gesamtheit vorgestellt, einschließlich neuem Steuersystem, ergonomischen Joysticks, neuer Tiltrotator-Serie und einer App für den Fernsupport. Besondere Beachtung finden die neuen RC™ Joysticks, die später mit zahlreichen Preisen für ihr ergonomisches Design ausgezeichnet werden. Gegen Ende des Jahres wird ein wichtiger Meilenstein erreicht, als das Unternehmen erstmals die Umsatzmarke von einer Milliarde SEK überschreitet. Die internationale Expansion setzt sich im Jahr 2023 fort, mit der Gründung einer neuen Tochtergesellschaft in den Niederlanden – ein weiterer Schritt zur Stärkung der Präsenz in den Benelux-Ländern.
Fünf Jahre nach der Einweihung des Werksanbaus folgt der nächste große Schritt: Das Unternehmen holt einen Teil der Produktion von Baggerschnellwechslern zu sich zurück. Man investiert in eine vollkommen neue Roboterschweißanlage, die sowohl die Produktqualität als auch die Energieeffizienz in der Produktion steigert.
Angesichts wachsender globaler Märkte, neuer digitaler Möglichkeiten und einer stark ausgeprägten Innovationskultur lässt das nächste Kapitel nicht lange auf sich warten. Rototilt steht eine Zukunft bevor, in der intelligentere Systeme, Elektrifizierung, nachhaltige Produktion und enge Zusammenarbeit mit Bauunternehmern auf der ganzen Welt die nächste Generation von Lösungen prägen – und in der die einstige Neugier, für die Allan Jonsson stand, nach wie vor den Weg weist.